Tipps von Jona: Queer Fiction (LGBTQI+)

Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums

„Ich kann nicht glauben, dass ich mich jemals geschämt habe Dante Quintana zu lieben…“


Inhalt:
Aristoteles und Dante könnten verschiedener gar nicht sein: Ari mit seinem nihilistischen Pessimismus hat keine Freunde, während Dante, der immer gut gelaunt zu sein scheint, immer das Schöne in der Welt sieht. Trotzdem entsteht eine enge Freundschaft zwischen den beiden Jungs, die sich nach und nach in etwas mehr entwickelt.

Meine Meinung:
Es ist schwer in Worte zu fassen wie viel mir „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“ bedeutet…
Dieser Titel ist nun schon seit einigen Jahren mein absolutes Lieblingsbuch. Die Sprache und Geschichte sind voller Hingabe, einfach komplett anders als alles was ich bisher gelesen hatte. Dieser Roman ist philosophisch, mitreißend, und lässt den Leser auf unglaublich einfühlsame Weise an der persönlichen Entwicklung von zwei wirklich besonderen Menschen teilhaben. Es handelt von komplett unterschiedlichen Leuten die versuchen sich selbst und die Welt zu verstehen. Selten wird das Erwachsen-Werden und die Suche nach einer eigenen Identität so poetisch und berührend beschrieben wie in diesem Buch.
Ich empfehle diesen Titel wirklich jedem, egal ob jugendlich oder erwachsen. Das Buch zu lesen ist eine Erfahrung die einem, auch nachdem man es fertig gelesen hat, noch lange Zeit Glücksmomente beschert.

Wer bist du zur blauen Stunde?

„Jeder hat ein Geheimnis, das er keinem erzählen kann“


Inhalt:
Als Tasukus neue Klassenkameraden auf seinem Handy eine Website finden, die zu einem Schwulenanime führt, machen sie sich über ihn lustig und bezeichnen ihn als schwul. Aus Angst vor Mobbing und Ausgrenzung,  fängt Tasuku an Selbstmordgedanken zu hegen. Doch da sieht er eine Frau die aus dem Fenster eines Hauses springt. Geschockt rennt er zu dem Haus hin und findet die Fremde unverletzt vor. Diese rätselhafte „Frau Jemand“ öffnet ihm die Türen zu ihrer Lounge, einem Treffpunkt verwandter Seelen.

Meine Meinung:
Ich habe den Manga gekauft, ganz ohne zu wissen, dass mich so viel erwarten würde… Wunderbar komplexe Charaktere in einer einfühlsamen Geschichte über komplizierte Themen. Die Reihe thematisiert die Gefühlswelt der Menschen und benutzt das schöne Artwork, um Emotionen künstlerisch rüberzubringen. Ein weiterer Grund der diese Geschichte so interessant macht, ist dass sie LGBTQ+ Personen in der japanischen Gesellschaft in den Fokus stellt. Doch es passt auch gut zu der unseren. In einer Welt, in der jeder unbedingt dazu passen möchte und sich in Kategorien verliert, vergisst man oft einfach nur zu leben.

Als ich Amanda wurde

Der Start eines kompletten Neuanfangs.


Inhalt:
Dieses Buch handelt von Amanda, einem Trans-Mädchen das nach ihrer Geschlechtsumwandlung die Schule wechselt. Die Geschichte spielt nicht vor oder während der sogenannten ‚Transition‘, sondern danach: Davon wie Amanda nach einem Leben im falschen Körper und dem fürchterlichen Mobbing in ihrer alten Schule einen Neuanfang startet und alles nachholen will, das ein normaler Teenager eben so macht – Freunde finden, auf Parties gehen…. Aber sie will sich auf keinen Fall verlieben. Doch als sie Grant trifft, der sich ebenfalls stark zu Amanda hingezogen fühlt, bringt das ihre Pläne ganz schön durcheinander.

Meine Meinung:
Die Autorin macht in ihrer Danksagung klar, dass die Erfahrungen von Amanda auf ihren eigenen basieren und alle trans*gender Personen verschiedenes fühlen und erleben, was ich extrem wichtig finde zu verdeutlichen. Es war interessant eine Geschichte über Transidentität zu lesen, in dem der Großteil vom Leben nach der Transition handelt. Ich habe außerdem die Rückblenden, die Amanda in verschiedenem Alter vor den Ereignissen in der Hauptgeschichte zeigen, sehr interessant gefunden. In diesen wird nämlich die Beziehung zu ihren Eltern erforscht, und wie sich diese nach ihrer Transition verändert hat.

Ipomoea

„Sie ist nun mal ein Mädchen… aber ich liebe sie doch so sehr!“


Inhalt:
Die etwas schusselige Yamada ist Pflanzenbeauftragte und verantwortlich für den Schulgarten. Und eines Tages ertappt sie sich dabei, wie sie für eine ihrer Mitschülerinnen ins Schwärmen gerät: die coole Kase. Obwohl sie ihre Gefühle am Anfang noch zu unterdrücken versucht, freundet sie sich allmählich mit dem Sport-Ass an. Doch je näher sich die beiden kommen, desto stärker werden Yamadas Gefühle für ihre neue Freundin.

Meine Meinung:
Die meisten Yuris und Yaois (Mangas mit lesbischen oder homosexuellen Liebesgeschichten) werden bis zum geht nicht mehr sexualisiert. Diese Geschichte handelt allerdings von einem Mädchen die sich in ihre gute Freundin verliebt und dann versucht mit diesem neuen Gefühl klarzukommen. Es ist wirklich süß gezeichnet und die Liebesgeschichte zwischen den zwei Protagonistinnen ist herzerwärmend. Wer also Lust auf eine sehr realitätsnahe, aber dennoch simple und amüsante Geschichte hat, auf jeden Fall zuschlagen!

Opiumschwaden - Der Mörder von St. Audrey

Ein grausamer Mord, ein Dorf in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht und eine verbotene Liebe


Inhalt:
England im 19. Jahrhundert: Für den Rechtsgehilfen Benjamin Underwood hätte es eigentlich eine vollkommen ereignislose Rückfahrt nach London werden sollen, doch als die Kutsche bei strömendem Regen im Moor verunglückt, ahnt er noch nicht, dass sein Leben nie wieder so sein wird wie zuvor. Er kommt in einem kleinen Dorf namens St. Audrey unter, in dem die Bewohner alles andere als normal zu sein scheinen. Er wird von ihnen gebeten bei der Aufklärung eines Mordfalles zu helfen bis seine Kutsche repariert ist. Und sein einziger Verbündeter scheint der offensichtlich komplett verrückte Schmuggler zu sein, der sich selbst Kobold nennt. Doch bald passieren seltsame Dinge, und Benjamin fühlt sich auf verbotene Weise auch noch zu Kobold hingezogen.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich ehrlich gesagt extrem überrascht! Ich bin ganz zufällig darüber gestolpert und wurde sofort vom atmosphärischen Cover angesprochen. Es ist schwer Bücher zu finden in dem die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zwar ein Thema ist, nicht aber den Hauptkonflikt darstellt. Doch in diesem Buch ist die Geschichte echt verdammt mitreißend und hat mich bis zu der aller letzten Seite auf die Folter gespannt!